Können Computerspiele helfen, das Selbstwertgefühl zu steigern ? Absolut.
In einer weltweit ersten Studie haben Forscher vom Department of Psychology der McGill University Computerspiele entwickelt und getestet, die speziell entwickelt wurden, um Menschen dabei zu helfen, ihre Selbstakzeptanz zu erhöhen.
Die Spiele sind unter www.selfesteemegames.mcgill.ca öffentlich zugänglich. Die Spiele haben einprägsame Namen wie Wham !, EyeSpy: The Matrix und Grow Your Chi.
Alle drei Spiele wurden von Doktoranden von McGills Department of Psychology entwickelt: Jodene Baccus, Stéphane Dandeneau und Maya Sakellaropoulo, unter der Leitung und Aufsicht von Mark Baldwin, einem Associate Psychology Professor.
Die ersten Forschungsergebnisse des Teams zu Wham! wird im Juli in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht. Veröffentlichung der Forschung zu EyeSpy: Die Matrix erscheint im Journal of Social and Clinical Psychology.
Forschungsziele
Nach der Untersuchung vergangener Studien zur Selbstachtung hat das McGill-Team herausgefunden, dass die Unsicherheitsgefühle der Menschen größtenteils auf der Sorge beruhen, ob sie von Gleichaltrigen und wichtigen anderen Menschen gemocht, akzeptiert und geschätzt werden.
Die Forschung hat auch gezeigt, dass das Selbstwertgefühl stark von bestimmten Denkweisen beeinflusst wird. Probleme des Selbstwertgefühls ergeben sich aus den selbstkritischen Ansichten der Menschen über ihre Eigenschaften und Leistungen, zusammen mit der Annahme, dass andere sie ablehnen.
Im Vergleich dazu haben Menschen, die sicherer sind, eine Reihe von automatischen Denkprozessen, die sie zuversichtlich machen und sie davon abhalten, sich über die Möglichkeit sozialer Ablehnung Gedanken zu machen.
"Für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl treten negative Gedankenmuster automatisch und oft unwillkürlich auf", erklärt Baldwin, "was dazu führt, dass sie ihre Aufmerksamkeit selektiv auf Fehler und Ablehnungen richten". Die Lösung?
Menschen mit "automatischen" negativen persönlichen Anschauungen müssen ihre Meinung zu positiven Ansichten konditionieren und lernen, sich selbst mehr zu akzeptieren. Das Ziel des McGill-Teams war es, experimentelle Forschungen durchzuführen, die es ihnen ermöglichen würden, Interventionen zu entwickeln, die den Menschen helfen könnten, sich sicherer zu fühlen, dh speziell entwickelte Computerspiele.
Die Spiele, die Leute spielen können
"Die drei Spiele arbeiten, indem wir die zugrundeliegenden Denkprozesse angehen, die sich selbst ansprechen", erklärt Baldwin. "Wie Sportler wissen, braucht es viel Übung, um neue Gewohnheiten zu erlernen. Unser Team wollte einen neuen Weg schaffen, um Menschen dabei zu helfen, die gewünschten Denkmuster so schnell wie möglich zu üben."
Die Forscher schöpften aus ihren Erfahrungen mit sich wiederholenden Computerspielen und entwickelten neuartige Gegenstücke, die den Menschen helfen würden, sich selbst positiver zu sehen. Im ersten Computerspiel, EyeSpy: The Matrix, werden die Spieler gebeten, in einer Matrix aus 15 stirnrunzelnden Gesichtern nach einem einzigen lächelnden Gesicht zu suchen. Die Hypothese? Wiederholt man die Übung, kann man die Spieler darauf trainieren, ihre Aufmerksamkeit eher auf positives als negatives Feedback zu richten.
Das zweite Spiel, Wham !, wurde auf Pawlows bekannter Konditionierungsforschung aufgebaut. Der Wham! Spiel hat Spieler ihren Namen und Geburtstag registrieren.
Sobald das Spiel in Aktion ist, werden die persönlichen Informationen des Spielers mit lächelnden, akzeptierenden Gesichtern gepaart. Das Ergebnis? Die Spieler haben erlebt, dass sie von allen belächelt werden und eine positivere Haltung gegenüber sich selbst einnehmen.
Für das dritte Spiel, Grow Your Chi, kombinierten die Forscher die Aufgaben von Wham! und EyeSpy: Die Matrix. Die Spieler von "Grow Your Chi" versuchen, ihre innere Quelle des Wohlbefindens zu fördern, indem sie auf positive oder negative soziale Informationen reagieren.
Praxis verbessert positiven Ausblick
Das McGill-Team hat gezeigt, dass selbst Menschen mit geringem Selbstwertgefühl mit genügend Übung positive Denkmuster entwickeln können, die es ihnen ermöglichen, nach und nach sicherer und selbstbewusster zu werden.
Deshalb werden alle ermutigt, die Spiele zu testen und selbst zu sehen, wie die Online-Übung positive Veränderungen bewirken kann. "Wir beginnen nun, die möglichen Vorteile eines jeden Spiels zu untersuchen", sagt Baldwin. "Wir wollen untersuchen, ob diese Art von Spielen Schulkindern, Verkäufern, die berufsbedingte Ablehnung betreiben, und vielleicht auch Menschen in der Dating-Szene helfen können."
Trotz der potenziellen Vorteile dieser Spiele bleibt das schlechte Selbstwertgefühl ein unglaublich komplexes Thema. "Diese Spiele ersetzen nicht die harte Arbeit der Psychotherapie", betont Baldwin. "Unsere Ergebnisse geben jedoch Hoffnung, dass eine neue Reihe von Techniken schrittweise entwickelt werden kann, um Menschen zu helfen, ein geringes Selbstwertgefühl und Unsicherheitsgefühle zu überwinden."