Selektive Mutation verstehen

Selektiver Mutismus ist eine Erkrankung, die gewöhnlich zuerst in der Kindheit diagnostiziert wird. Die ersten beschriebenen Fälle gehen auf das Jahr 1877 zurück, als der deutsche Arzt Adolph Kussmaul Kinder bezeichnete, die nicht mit "Aphasia voluntaria" sprachen.

Kinder, die selektiv stumm sind, sprechen in bestimmten sozialen Situationen, wie in der Schule oder in der Gemeinschaft, nicht. Es wird geschätzt, dass weniger als 1% der Kinder an selektivem Mutismus leiden.

Diagnose

Obwohl angenommen wird, dass der selektive Mutismus seine Wurzeln in Angst hat, wurde er nicht als eine Angststörung klassifiziert, bis die neueste Version des Diagnostischen und Statistischen Handbuchs Psychischer Störungen (DSM-V) im Jahr 2013 veröffentlicht wurde.

Die Verwendung des Begriffs "selektiv" wurde 1994 angenommen, vor dem die Störung als "elektiver Mutismus" bekannt war. Die Änderung wurde vorgenommen, um zu betonen, dass Kinder mit selektivem Mutismus sich nicht dafür entscheiden, still zu sein, sondern eher Angst haben, zu sprechen.

Das primäre Kriterium für die Diagnose von selektivem Mutismus ist ein konsequentes Versäumnis, in bestimmten sozialen Situationen zu sprechen, in denen eine Sprechbereitschaft erwartet wird (zB Schule), obwohl in anderen Situationen gesprochen wird.

Die Symptome eines selektiven Mutismus müssen seit mindestens einem Monat vorhanden sein, und nicht nur im ersten Schulmonat.

Ihr Kind muss gesprochene Sprache verstehen und in einigen Situationen normal sprechen können (normalerweise zu Hause mit vertrauten Menschen).

Schließlich muss der Mangel an Sprache die pädagogische oder soziale Funktion Ihres Kindes beeinträchtigen.

Kinder, die nach einer Auswanderung in ein fremdes Land oder nach einem traumatischen Ereignis nicht mehr sprechen, würden nicht mit selektivem Mutismus diagnostiziert.

Symptome

Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind an einem selektiven Mutismus leidet, achten Sie auf folgende Symptome:

Ursachen

Es wurde einmal angenommen, dass der selektive Mutismus das Ergebnis von Kindesmisshandlung, Trauma oder Umbruch sei. Die Forschung legt nun nahe, dass die Störung mit extremer sozialer Angst verbunden ist und dass eine genetische Prädisposition wahrscheinlich ist. Wie bei allen psychischen Störungen ist es unwahrscheinlich, dass es eine einzige Ursache gibt.

Behandlung

Selektiver Mutismus ist am empfänglichsten für die Behandlung, wenn er früh gefangen wird. Wenn Ihr Kind zwei Monate oder länger in der Schule geschwiegen hat, ist es wichtig, dass die Behandlung sofort beginnt.

Wenn die Störung nicht früh erkannt wird, besteht die Gefahr, dass sich Ihr Kind daran gewöhnt, nicht zu sprechen - dass Schweigen zu einer Lebensweise wird und schwieriger zu ändern ist.

Eine übliche Behandlung für selektiven Mutismus ist die Verwendung von Verhaltens-Management-Programmen.

Solche Programme beinhalten Techniken wie Desensibilisierung und positive Verstärkung, die sowohl zu Hause als auch in der Schule unter der Aufsicht eines Psychologen angewendet werden.

Lehrer können manchmal frustriert oder wütend auf Kinder sein, die nicht sprechen. Sie können helfen, indem Sie sicherstellen, dass der Lehrer Ihres Kindes weiß, dass das Verhalten nicht beabsichtigt ist. Gemeinsam müssen Sie Ihr Kind ermutigen und positive Verhaltensweisen loben und belohnen.

Während es positiv ist, positive Schritte in Richtung Sprechen zu belohnen, ist das Bestrafen des Schweigens nicht gut. Wenn Ihr Kind Angst hat zu sprechen, wird es diese Angst nicht durch Druck oder Bestrafung überwinden.

Medikamente können auch angebracht sein, besonders in schweren oder chronischen Fällen oder wenn andere Methoden nicht zu Verbesserungen geführt haben. Die Wahl des Medikaments sollte in Absprache mit einem Arzt getroffen werden, der Erfahrung in der Behandlung von Angstmedikamenten für Kinder hat.

Im Allgemeinen gibt es eine gute Prognose für diese Erkrankung. Solange es kein anderes Problem gibt, das zum selektiven Mutismus beiträgt, funktionieren Kinder in anderen Bereichen im Allgemeinen gut und müssen nicht in speziellen Unterrichtsklassen untergebracht werden.

Obwohl es möglich ist, dass diese Störung bis ins Erwachsenenalter fortbesteht, ist es selten und wahrscheinlicher, dass sich eine soziale Angststörung entwickeln würde.

Quellen:

American Psychiatric Association. (2013). Diagnostisches und statistisches Handbuch zu psychischen Störungen (5. Aufl.). Washington, DC: Autor.

Freeman JB, Garcia AM, Miller LM, Dow SP, Leonard HL. Selektive Stummheit. In: Morris TL, März JS, Hrsg. Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen. New York: Guilford; 2004.

Selektive Mutismus-Stiftung. Selektive Mutation verstehen.