Wie latentes Lernen funktioniert

In der Psychologie bezieht sich latentes Lernen auf Wissen, das erst dann klar wird, wenn eine Person einen Anreiz hat, es zu zeigen. Zum Beispiel könnte ein Kind lernen, ein mathematisches Problem in der Klasse zu lösen, aber dieses Lernen ist nicht sofort offensichtlich. Nur wenn dem Kind eine Form der Verstärkung zur Vervollständigung des Problems angeboten wird, offenbart sich dieses Lernen.

Latentes Lernen ist wichtig, weil die Informationen, die wir gelernt haben, in den meisten Fällen nicht immer bis zu dem Moment erkennbar sind, in dem wir sie anzeigen müssen. Während Sie vielleicht gelernt haben, wie man einen Braten kocht, indem Sie zusehen, wie Ihre Eltern das Abendessen zubereiten, ist dieses Lernen vielleicht nicht offensichtlich, bis Sie feststellen, dass Sie selbst eine Mahlzeit kochen müssen.

Verarbeiten

Wenn wir über den Lernprozess nachdenken, konzentrieren wir uns oft nur auf das Lernen, das sofort offensichtlich ist. Wir lehren einer Ratte, durch ein Labyrinth zu rennen, indem sie Belohnungen für korrekte Antworten anbieten. Wir trainieren einen Schüler, um seine Hand in der Klasse zu heben, indem er Lob für die entsprechenden Verhaltensweisen lobt.

Aber nicht alles Lernen ist sofort ersichtlich. Manchmal wird Lernen nur dann offensichtlich, wenn wir es nutzen müssen. Laut Psychologen wird dieses "verborgene" Lernen, das sich nur dann manifestiert, wenn Verstärkung angeboten wird, latentes Lernen genannt.

Wie wurde latentes Lernen entdeckt?

Der Begriff latentes Lernen wurde von dem Psychologen Edward Tolman während seiner Forschung mit Ratten geprägt, obwohl die ersten Beobachtungen dieses Phänomens bereits vom Forscher Hugh Blodgett gemacht wurden.

In Experimenten, bei denen Gruppen von Ratten ein Labyrinth führten, lernten Ratten, die ursprünglich keine Belohnung erhielten, den Verlauf während der Nichtbelohnungsversuche. Sobald Belohnungen eingeführt wurden, konnten die Ratten auf ihre "kognitive Karte" des Kurses zurückgreifen.

Diese Beobachtungen zeigten, dass Lernen auch dann stattfinden kann, wenn ein Organismus es nicht sofort anzeigt.

Beispiele

Berücksichtigen Sie zum Beispiel Ihr Wissen über verschiedene Routen in Ihrer Heimatstadt. Jeden Tag reisen Sie eine Vielzahl von Routen und lernen die Standorte verschiedener Unternehmen in Ihrer Stadt kennen. Dieses Lernen ist jedoch latent, weil Sie es die meiste Zeit nicht verwenden. Nur wenn Sie einen bestimmten Ort finden müssen, wie zum Beispiel das nächste Café oder die Bushaltestelle, müssen Sie zeichnen und zeigen, was Sie gelernt haben.

Beobachtungen

In seinem Buch History of Psychology , Autor David Hothersall erklärt, dass, während es anfänglich einige Kontroverse um das Phänomen gab, zahlreiche Forscher auch berichtet, dass Labor-Ratten haben in Ermangelung von Belohnungen gelernt. Diese Vorstellung stellte vieles in Frage, was die Behavioristen glaubten, nämlich dass Lernen nur mit Verstärkung stattfinden konnte . Als Ergebnis deuteten einige der stärker verankerten Behavioristen darauf hin, dass während der Nichtbelohnungsversuche eine Art Verstärkung vorhanden sein musste, auch wenn diese Verstärkung nicht sofort offensichtlich war.

Die Forschung hat gezeigt, dass das Phänomen des latenten Lernens, wie Hothersall erklärte, "zuverlässig und robust" ist. Ratten, die in einem Irrgarten platziert werden, können die Route lernen, die sie befolgen müssen, um eine Futterbelohnung zu erhalten, aber die Forschung hat auch gezeigt, dass die Ratten auch das gesamte Labyrinth lernen.

Wie zeigen Ermittler, dass dieses latente Lernen stattgefunden hat? Wenn die Experimentatoren den erlernten Weg blockieren, verwenden die Ratten dann den nächst kürzesten Weg, um zum Futter zu gelangen. Um dies zu tun, haben die Tiere den Rest des Irrgartens klar gelernt, auch wenn das Lernen ohne Verstärkung stattgefunden hat.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Lernen im Laufe der Zeit geschieht, oft durch Zufall, aber nicht nur aufgrund von Anreizen und Belohnungen.

Wie findet solches latentes Lernen statt? Einige Experten schlagen vor, dass die Befriedigung unserer Neugier oft dazu dient, das Lernen zu belohnen. Latentes Lernen ist mit vielen mentalen Fähigkeiten auf höherer Ebene verbunden, wie zB Problemlösung und Planung für die Zukunft.

Wenn Schüler jetzt etwas lernen, können sie in Zukunft mit guten Noten, einem hohen Notendurchschnitt und der Aufnahme in das College ihrer Wahl belohnt werden. Die Belohnung dieses Lernens mag nicht offensichtlich oder unmittelbar sein, aber dieses Lernen kann in Erwartung einer Belohnung später auf dem Weg stattfinden.

> Quellen:

> Coon, D. & Mitterer, JO Einführung in die Psychologie: Zugang zu Mind und Verhalten mit Concept Maps. Belmont, Kalifornien: Wadsworth; 2010.

> Hothersall, D. Geschichte der Psychologie. New York: McGraw-Hügel; 2003.