Noch häufiger bei Drogenabhängigen
Die Prävalenz von Persönlichkeitsstörungen bei Patienten mit Alkohol- und Drogenkonsumstörungen ist in der Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Bedeutung, heißt es in einem Artikel in der April 2004-Ausgabe von The Archives of General Psychiatry , einer der Zeitschriften von JAMA / Archives.
Über das gemeinsame Auftreten verschiedener Persönlichkeitsstörungen (PD) und Alkohol- und Drogenkonsumstörungen in der US-Bevölkerung liegen nur wenige Informationen vor, so die Hintergrundinformationen in dem Artikel.
Daher untersuchten Bridget F. Grant, Ph.D., des Nationalen Instituts für Alkoholmissbrauch und Alkoholismus, Bethesda, Md., Und Kollegen dieses Thema.
Die Forscher verwendeten Daten, die während der im Rahmen der nationalen epidemiologischen Erhebung 2001-2002 über Alkohol und damit verbundenen Bedingungen durchgeführten Interviews erhoben wurden. Die Umfrageteilnehmer waren 18 Jahre und älter und wohnten in den Vereinigten Staaten.
Die Prävalenzraten für jede Alkohol- oder Drogenkonsumstörung lagen im vergangenen Jahr bei 8,5 Prozent bzw. 2,0 Prozent. Die Forscher fanden heraus, dass bei Personen mit einer aktuellen Alkoholkonsumstörung 28,6 Prozent mindestens eine Persönlichkeitsstörung hatten, und 47,7 Prozent derjenigen mit einer aktuellen Drogenkonsumstörung hatten mindestens eine Persönlichkeitsstörung. Persönlichkeitsstörungen und Alkohol- und Drogenkonsumstörungen seien signifikant assoziiert, schreiben die Forscher.
Personen mit Alkoholproblemen hatten fast fünfmal häufiger eine antisoziale Persönlichkeitsstörung oder eine histrionische Persönlichkeitsstörung, und eine abhängige Persönlichkeitsstörung war dreimal so wahrscheinlich.
Personen mit Drogengebrauchsstörungen hatten eine 11-mal höhere Wahrscheinlichkeit, eine antisoziale Persönlichkeitsstörung und eine abhängige Persönlichkeitsstörung zu haben, und eine achtmal so hohe Wahrscheinlichkeit für eine histrionische Persönlichkeitsstörung.
Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Assoziationen zwischen Zwangsstörungen, histrionischen, schizoiden und antisozialen Persönlichkeitsstörungen sowie spezifischen Alkohol- und Drogenkonsumstörungen bei Frauen signifikant stärker ausgeprägt sind als bei Männern, während der Zusammenhang zwischen abhängiger Persönlichkeitsstörung und Drogenabhängigkeit bei Männern signifikant größer ist Frau.
"Das Zusammentreffen von Persönlichkeitsstörungen mit Alkohol- und Drogenkonsumstörungen ist in der US-Bevölkerung weit verbreitet", schreiben die Autoren. "Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit für weitere Forschung über die zugrunde liegende Struktur dieser Störungen und die Auswirkungen dieser Erkrankungen auf die Behandlung, wenn comorbid [wenn sie zusammen auftreten]."