Eine organische psychische Störung ist eine Funktionsstörung des Gehirns, die dauerhaft oder vorübergehend sein kann. Es beschreibt eine verminderte Gehirnfunktion aufgrund von Krankheiten, die nicht psychiatrischer Natur sind.
Manchmal wird der Begriff organische psychische Störung austauschbar mit den Begriffen organisches Gehirnsyndrom (OBS), chronisches organisches Gehirnsyndrom oder neurokognitive Störung verwendet - dieser letztere Begriff wird jetzt häufiger verwendet.
Ursachen
Organische psychische Störungen sind Störungen, die durch Verletzungen oder Krankheiten, die das Gehirngewebe betreffen, sowie durch chemische oder hormonelle Anomalien verursacht werden können. Die Exposition gegenüber toxischen Materialien, neurologischen Beeinträchtigungen oder abnormalen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Altern kann ebenfalls zu diesen Störungen führen. Auch Alkohol- oder Stoffwechselstörungen wie Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen oder Vitaminmangel können eine Rolle spielen.
Gehirnerschütterungen, Blutgerinnsel oder Blutungen im oder um das Gehirn herum können zu einem organischen Gehirnsyndrom führen. Niedriger Sauerstoffgehalt im Blut, hohe Mengen Kohlendioxid im Körper, Schlaganfälle, Hirninfektionen und Herzinfektionen können ebenfalls zu einer organischen psychischen Störung führen.
Degenerative Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, Alzheimer-Krankheit, Huntington-Krankheit und Multiple Sklerose können ebenfalls dazu beitragen.
Symptome
Zu den Symptomen organischer psychischer Störungen gehören Verwirrtheit, Agitiertheit, Reizbarkeit, Verhaltensänderung und beeinträchtigte Gehirnfunktion, kognitive Fähigkeiten oder Gedächtnis.
Zum Beispiel kann eine Person mit einer organischen psychischen Störung Schwierigkeiten haben, sich für einen langen Zeitraum zu konzentrieren. Andere können verwirrt werden, während sie Aufgaben ausführen, die für andere Routine sind. Es kann sich auch als schwierig erweisen, Beziehungen zu pflegen und mit Kollegen, Freunden oder der Familie zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren.
Insgesamt variieren die Schwere der Symptome und die Art der Symptome einer Person auf die Ursache ihrer Erkrankung.
Wenn Sie oder Ihre Angehörigen eines dieser Symptome erleben, ist es wichtig, so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein ernstes medizinisches Problem kann dazu führen, dass diese Symptome auftauchen, und ein frühes Eingreifen kann der Schlüssel sein.
Diagnose und Behandlung
Bluttests, Lumbalpunktionen oder ein Elektroenzephalogramm können verabreicht werden, um das organische Gehirnsyndrom oder eine organische psychische Störung zu diagnostizieren. Die Bildgebung des Gehirns, wie eine CT-Untersuchung oder eine MRT, ist ebenfalls nützlich, abhängig vom Verdacht des Arztes.
Behandlungen für organische psychische Störungen variieren je nachdem, was die zugrunde liegende Ursache ist. Medikamente können verordnet werden oder die Rehabilitationstherapie kann Patienten helfen, die Funktion in den Teilen des Gehirns wiederherzustellen, die von der organischen psychischen Störung betroffen sind.
Komplikationen
Während einige organische psychische Störungen nur vorübergehend sein können, werden andere oft mit der Zeit schlimmer. Störungen, die nicht auf eine Behandlung ansprechen, können dazu führen, dass der Patient die Fähigkeit verliert, unabhängig zu funktionieren oder mit anderen zu interagieren.
Kurz gesagt hängt die Chance einer Genesung oder der Aussicht einer Person von einer Reihe von Faktoren ab, vor allem davon, was die Ursache für ihre beeinträchtigte Gehirnfunktion ist.
Während die Diagnose einer organischen psychischen Störung (oder neurokognitiven Störung, wie es jetzt genannt wird) beängstigend sein kann, sind Sie nicht allein, und es gibt genügend Ressourcen, um Ihnen oder Ihrem geliebten Menschen zu helfen.
Quellen:
NIH US Nationalbibliothek für Medizin. Neurokognitive Störung.
Sozialversicherung Invaliditätsleistungen Hilfe. (2017). Organische psychische Störungen und Behinderung der sozialen Sicherheit.